AusbilderIdent: Das Förderprogramm für (Amateur-)Ausbilder im Pferdesportverband Pfalz e.V.
Vorträge, Workshops, Seminare
Besser ausbilden zum Wohle des Pferdes.
Ausbildungstagung
Die Referentinnen und Referenten der Burgtagung 2026 (in alphabetischer Reihenfolge) und dazu die Stichworte der Referate und Workshops, die wir in ganz vielen Telefonaten diskutiert und abgestimmt haben, damit das Puzzle am Ende ein Bild ergibt. 
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Abendveranstaltungen im Plenum Freitag, Eröffnungsreferat Martin Plewa: “Zufrieden?” Wie Pferde sich mitteilen, um uns den Weg zu weisen. Mimik und Körpersprache des Pferdes sind unter erfahrenen Reitern lange bekannt, aber erst in den letzten Jahren wissenschaftlich betrachtet worden. Nur in der Ausbildung von Trainern und Richtern haben die Erkenntnisse bisher nur geringe oder gar keine Berücksichtigung gefunden. Dabei ist dies doch die Grundlage der Sportpartnerschaft: Sich gegenseitig zu verstehen und verlässlich zu kommunizieren. Samstag, Podiumsdiskussion Anja Beran, Uta Gräf und Martin Plewa: Der Weg ist das Ziel. Welcher führt in die Zukunft des Turniersports? Der Gegenwind wird heftiger, die finanzielle Basis dünner, die Kritik lauter. Brauchen und wollen wir den Turniersport? Wie motivieren wir den Nachwuchs? Und wie könnten die Turniere der Zukunft aussehen? Ein großes Thema, aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet – seid gespannt! Einzelreferate und Workshops Dr. Franziska Aumer und Stefan Schneider Was Pferden auf den Magen schlägt Empfindliche Mägen sind bei Pferden gar nicht so selten, waren aber bis vor wenigen Jahren noch kaum erforscht. Heute wissen wir mehr über akute und chronische Magenprobleme beim Pferd, aber auch, wie wir damit umgehen können. Auch die Zahngesundheit, der sich Stefan Schneider in diesem Seminar widmet, spielt dabei natürlich eine Rolle, und auch hier gibt es erprobte Vorsorge- und Behandlungsmethoden, die dem Pferd das Kauen und Verdauen erleichtern.  Anja Beran: 1. Konsequent von hinten nach vorn: “Der Hals formt sich zuletzt”  Die These ist uns allen bekannt, und trotzdem sehen wir im Unterricht das Spielen, Klingeln, Fummeln mit den Händen, das Riegeln, Ziehen und was nicht alles, nur um zu dem „seligmachenden“ Ziel zu gelangen, dass der Kopf runter geht. Also machen wir doch irgendwas falsch im Unterricht? Konsequent von hinten nach vorn, das ist erklärungsintensiv und muss von den Schülern verstanden und verinnerlicht werden. Der Hals wird sich schon formen - aber eben erst zuletzt. 2. Praxiseinheit mit Uta Gräf Daniela Beyer Alle wollen Team – aber wer macht’s? Vereine scheitern selten am fehlenden Engagement Einzelner. Viele von uns bringen sich auf unterschiedlichste Weise mit viel Zeit, Wissen und Herzblut ein. Doch ohne Teamfähigkeit bleibt Ehrenamt Einzelarbeit – und ist auf Dauer nicht tragfähig. Das Wir-Gefühl innerhalb des Vereins und sein Selbstverständnis als Team ist kein „Nice to have“: Es entscheidet, ob Vereine funktionieren oder ausbrennen. Dieser interaktive Workshop erarbeitet gemeinsam, wie das Phänomen Team im Verein konkret entsteht. Welche Erwartungen sind realistisch? Und wie werden Verantwortung und Zusammenarbeit so gestaltet, dass sie im Alltag tragen? Die Teilnehmenden arbeiten an typischen Vereinssituationen und erproben Formate, die sich direkt im eigenen Verein anwenden lassen – für eine gelungene Zusammenarbeit! Dr. Dagmar Ciolek: 1. Hilfengebung, die auch dein Pferd versteht. Bis ins Kleinste wird aufgedröselt, wie das Zusammenspiel der reiterlichen Hilfen funktioniert, von der Vorbereitung einzelner Lektionen bis zur ganzen Parade. Klarheit und Konsequenz in den Signalen helfen dem Pferd, wiederkehrende Botschaften zu verstehen und umzusetzen. Hier bekommst du gleichzeitig die Anleitung, wie du es deinen Schülern  erklären kannst, inkl. Trockenübungen im Seminarraum.  2. Korrekturpferde wieder auf den richtigen Weg bringen.  Wie wird ein Pferd zum Korrekturpferd? Wege und Gründe gibt es unendlich viele, aber erst, wenn der Irrweg geklärt ist, kann die Korrektur passend eingeleitet werden. Nun geht es hier nicht um den Korrekturberitt, sondern um den Umgang mit Reiter und Pferd im Unterricht, wenn Irrwege erkannt werden. Was können wir unseren Schülern anbieten, wenn sie sich „festgefahren“ haben?  Uta Gräf: 1. Vorwärts-Abwärts will gekonnt sein Was ist eigentlich Vorwärts-Abwärts? Wie soll es aussehen, und wie nicht? Welche Übungen und Lektionen sind hilfreich und machen den Weg frei zu einem gesunden Vorwärts-Abwärts? Und muss man das Ziel V/A um jeden Preis erreichen? Welche Alternativen oder Zwischenschritte führen auch zu einer guten Arbeitsbasis und welche Umwege machen Sinn? Uta Gräf schöpft aus ihrer riesengroßen Erfahrung und findet für jedes individuelle Pferd einen - buchstäblichen - Lösungsweg. Auch das Ziel, das viel gepriesene V/A, kann am Ende dieses Lösungsweges anders als erwartet aussehen. 2. Praxiseinheit mit Anja Beran Alexandra Kappes: 1. Train The Brain: Einführung in die Methode Neuroriding. Neuroriding ist eine Möglichkeit, den Reiter beim Bewegungslernen zu unterstützen. Allerdings wird hier nicht, wie oft herkömmlich, die gewünschte Form einer Bewegung angesprochen, sondern direkt unser Nervensystem. Was hindert uns daran, die Anweisungen des Reitlehrers umzusetzen? Warum macht die linke Hand etwas, was sie eigentlich nicht machen soll? Warum passiert mir immer wieder derselbe Fehler? Mit der gezielten Test-Retest Methode versuchen wir, Stellschrauben zu finden, die dem Nervensystem erlauben, bessere Bewegungen zu ermöglichen. Train the brain! 2. Ausbilder sind Vorbilder. Über das Vermitteln von Verantwortung, Ganzheitlichkeit der klassischen Reitlehre und Erziehung zu Horsemanship  Die Ethik unseres Sports muss integrierter Teil der täglichen Ausbildung sein. In vielen Veröffentlichungen pochen wir darauf, wie sehr der Pferdesport den Charakter prägt und Verantwortung lehrt. Unsere Aufgabe als Ausbilder muss es jedoch sein, täglich, stündlich und immer wieder neu diese Verbindung in unseren Lehrbotschaften herzustellen und greifbar zu machen. Nicht als mahnende Gebetsmühle, sondern als praxisorientierten und ganz selbstverständlichen Teil des Reitunterrichts. 3. Praxiseinheit: Longenarbeit und Sitzschulung mit Elementen der Neuroathletik Dr. Kai Kreling: 1. Von der Lippe bis zum Genick. Was der Pferdekopf verlangt und die Zäumung tut.   Wie gut kennst du die Anatomie des Pferdekopfes? Wie unterstützt die Zäumung die Einwirkung des Reiters und wo schmerzt sie? Warum soll das Genick der höchste Punkt sein? Drei-Finger-Regel, Ganaschenwinkel, Ohrenspiel oder Zungenfarbe – solche und noch viel mehr Schlagworte verdienen ein genaues Hinsehen.  2. Wie kommt das Pferd über’s Hindernis?  Laien sind oft überrascht, wie hoch Pferde springen können und fragen sich, wie viel Sprung- und Krafttraining des Pferdes dazu notwendig ist. Dabei spielen ganz andere Faktoren die wichtigere Rolle, nämlich Distanz, Weg, Tempo, Absprung und Flugbahn. Wenn der Reiter das Auge nicht hat, hilft die Peitsche auch nicht mehr. Die Komplexität des Springreitens sollten Schüler vom ersten Cavaletti an begreifen.  3. Praxiseinheit Reiten über Hindernisse. Leonhard Laschet Sinkende Mitgliederzahlen? Neue Leute, neuer Stil, neue Erfolge. Frag doch mal die Voltis. Erstaunlich, was ambitionierte junge Leute aus tradierten oder auch angestaubten Vereinen herausholen können. Oftmals sind es gerade die Voltigierer, die nicht nur den Bezug zum Nachwuchs haben, sondern auch in relativ jungem Alter aus dem aktiven Sport in die Trainerrolle wechseln. Ausbildung, Studium und erste Berufserfahrung kommen hinzu und lassen Vereine unter modernen Managementgedanken aufblühen. Trau dich! Rolf Petruschke: 1. Loben statt schmeicheln, korrigieren statt runterziehen: Wertschätzender Reitunterricht Die Zeiten des militärischen Befehlstons im Reitunterricht sind längst vorbei. Aber den richtigen Ton zu treffen, ist dadurch nicht einfacher geworden. Jeder Reitschüler möchte hören, wie toll sein Pferd sich bewegt und wie gut er es bedient. Aber wenn etwas schlecht ist, dann muss ich auch sagen dürfen, dass es schlecht ist. Und mein Lob muss echt sein. Wie authentisch sind Reitlehrer? Wie ehrlich? Wie empathisch? Und warum sind diese Kriterien so eminent wichtig? Denn das sind sie, nicht nur für den Erfolg des Schülers, sondern auch für das Ansehen und den (auch wirtschaftlichen) Erfolg des Ausbilders. 2. Praxiseinheit: Wertschätzender Reitunterricht  Martin Plewa: 1. (Eröffnungsvortrag)     Zufrieden? Wie Pferde sich mitteilen, um uns den Weg zu weisen. (s.o.) 2. Die Skala ist für alle da! Disziplinübergreifende Ausbildungskriterien von Pferd und Reiter Ist die Skala der Ausbildung eigentlich nur ein Dressurthema? Ein weit verbreitetes Missverständnis. Wie unterrichten wir an unserer Skala entlang, wo überlagern sich die Meilensteine, wie erklären wir das unseren Schülern? In welcher Disziplin oder Reitweise wir dabei unterwegs sind, spielt eine untergeordnete Rolle, denn die Basis ist für alle gleich.  3. Die Anlehnung in Abhängigkeit von Reitweisen und Gebissen  Egal, in welchem Stil oder mit welcher Zäumung du unterwegs bist: Jedes Pferd sucht nach der Anlehnung, die du ihm bieten musst. Aber angesichts der LPO-genehmigten Ausrüstungen und Gebisse möchte man schon mal zweifeln, ob damit eine reelle Anlehnung überhaupt noch möglich ist. Hier ist der Ausbilder gefordert, seine Schüler im Sinne des Pferdewohls zu beraten und sicherzustellen, dass Gebisse sinnvoll und passgenau eingesetzt werden.   Conny Röhm: 1. Gesunderhaltende Fütterung im Wandel der Zeit Die Anforderungen an moderne Sport- und Gebrauchspferde haben sich deutlich verändert – ebenso die physiologischen Voraussetzungen, unter denen Training stattfindet. Dieses Seminar ordnet die Entwicklung der Pferdefütterung kritisch ein und beleuchtet, welche Fütterungsstrategien heute die Grundlage für Belastbarkeit, Regenerationsfähigkeit und langfristige Trainierbarkeit bilden. Im Fokus stehen die Wechselwirkungen zwischen Fütterung, Stoffwechsel und muskulärer Leistungsfähigkeit sowie die Frage, warum vermeintlich bewährte Konzepte im heutigen Trainings- und Haltungsalltag an ihre Grenzen stoßen. 2. Adipositas beim Pferd Adipositas stellt ein erhebliches, oft unterschätztes Risiko für die Trainierbarkeit von Pferden dar. In dieser Session wird dargestellt, wie überschüssiges Fettgewebe Stoffwechsel, Bewegungsapparat und kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit beeinflusst und warum Training unter diesen Bedingungen häufig ineffektiv oder sogar schädlich ist. Der Fokus liegt auf der fachlichen Einordnung, ab wann ein Pferd als eingeschränkt trainierbar gilt und welche physiologischen Grenzen Übergewicht im Trainings- und Leistungsaufbau setzt. Roswitha Schreiber-Jetzinger und Katrin Eschenhorst 1. Die Wahrnehmung und Steuerung des eigenen Körpers: Möglichkeiten, Konzepte und Methoden Der Sitz des Reiters ist das A und O! Aber vielfach kennen wir unsere eigenen körperlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten gar nicht gut genug, um unseren Sitz und das Zusammenspiel mit der Bewegung des Pferdes immer weiter zu optimieren. Dabei können wir dem Pferd viel mehr bieten, als wir oftmals annehmen. Einige Selbsterfahrung und -übung können wir hier im Seminar erlernen, wir schauen aber auch auf die Übertragbarkeit mit Blick auf unsere Reitschüler. 2. Praxiseinheit zur Sitzschulung, Beispiele von Meyners über Franklin bis Centered Riding Stefan Stammer:  1. Pferdekunde: Die Biomechanik entwickelt sich weiter. Das Basisseminar Biomechanik gehört zur Burgtagung wie der Referent Stefan Stammer, der auch schon seit der ersten Ausgabe mit an Bord ist. Das ganze Themenspektrum Biomechanik und funktionale Stabilisation ist im Pferdesport noch jung, viele von uns werden das in ihrer eigenen Ausbildung nie gehört haben. Heute aber setzt jede moderne Lehre diese Kenntnis voraus bzw. baut auf ihr auf. Außerdem gibt es Neues, Spannendes aus dem Thema zu berichten und zu erklären, denn auch diese Wissenschaft entwickelt sich weiter und führt zu immer neuen und tieferen Erkenntnissen. 2. Schwergewichte im und unter dem Sattel - Masse, Funktion und Wirkung der Pferdemuskulatur. Das Reitergewicht als Prozentsatz des Pferdegewichts? Quatsch, sagt Stefan Stammer. Welche Faktoren das Pferd zum Gewichtsträger machen, warum die Proportion zwischen Reiter und Pferd manchmal unglücklich aussieht, aber trotzdem passt, welche Muskelgruppen des Pferdes den Ausschlag geben und wie man sie trainiert und warum Pferde in erster Linie an sich selbst zu tragen haben – das alles sind diskussionswürdige Themen in dieser Seminareinheit.
“Der Weg ist das Ziel”
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